Fanziskus und die Grille

Franziskus und die Grille

 

 

Bei seiner Zelle zu Portiunkula stand ein Feigenbaum und auf demselben saß eine Grille, die ihn öfters durch ihre Stimme zum Lobe Gottes angeregt hatte. Wenn er sie rief, kam sie sogleich auf seine Hand geflogen, und wenn er sie aufforderte, Gott zu loben. dann fing sie sogleich zu schwirren und zu Zirpen an. Endlich gab er ihr Urlaub und sie flog davon, ohne sich mehr sehen zu lassen. Alles was in der Natur draussen lebte, schwebte und blühte, das liebte er und hob sein Herz zu Gottes Lob. Keinen Wurm wollte er zertreten, und wenn die Brüder im garten und feld etwas abschnitten, so bat er sie, sie möchten doch etwelche Blümlein und Kräutlein stehen lassen zum Lobe dessen, der eine Lilie in den Thälern und eine Blume des Feldes genannt wird. Gar oft, wenn die Liebesglut zu Gott in seinem Herzen hellaufloderte, wandelte er auf dem Felde umher und forderte alle Geschöpfe auf zum Lobe und Preise ihres Schöpfers. Wunderbar strömten dann aus seinem Munde die herrlichsten Gesänge, Worte voll himmlischen Klanges!